Die Haltung


1, 2, 3....ganz viele?

Kein Kaninchen ist allein glücklich und auch Meerschweinchen oder andere Kleintiere sind keine geeignete Gesellschaft....und auch Sie sind kein Ersatz für einen Partner. Kaninchen sind Gruppentiere und äusserst sozial. Allein fehlt die Kommunikation, das gegenseitige Putzen und Spielen miteinander. Mindestens 2 Tiere sollten zusammen gehalten werden, damit Ihre Tiere glücklich sind.


Rammler müssen kastriert sein - warum?


Immer wieder höre ich die Bemerkung: "Das würde ich keinem Tier antun".
Vorsichtig ausgedrückt ist diese Bemerkung "unüberlegt". In freier Natur kann ein männliches Kaninchen seinem Trieb nachgehen, aber in menschlicher Obhut soll das Tier "Frust schieben"? Kaninchen sind so strukturiert, dass sie für Nachwuchs in so kurzen wie nur möglichen Abständen sorgen, da sie in freier Natur nur ca. 4 Jahre alt werden. Natürliche Fressfeinde, Kälte und Krankheiten sorgen für einen sehr kurzen Lebenszyklus, daher die ständige Bereitschaft, sich fortzupflanzen, um die Art zu erhalten. Dieser Trieb ist auch bei domestizierten Kaninchen vorhanden und oftmals sorgt die Unkenntnis darüber für ungewollten Nachwuchs, der dann viele Halter überfordert, in Tierheimen landet, ausgesetzt wird, in Zoohandlungen abgegeben wird usw. usw.



Innen- bzw. Wohnungshaltung

Nicht jeder hat die Möglichkeit seine Kaninchen in Außenhaltung zu halten. Dennoch ist es möglich, Kaninchen ein ansatzweise artgerechtes Leben in der Wohnung zu ermöglichen. Kaninchen sind sehr aktive und anspruchsvolle Zeitgenossen und benötigen deshalb genügend Platz, um sich austoben zu können. Je mehr desto besser, wobei pro Kaninchen mindestens 2 qm zu Verfügung stehen sollten. Käfige sollten wirklich nur zur Toilette oder kurzfristigen Unterbringung dienen, sie sind keinesfalls eine geeignete Behausung für ein Kaninchen. Kaninchen müssen Männchen machen, rennen und Haken schlagen. Auslauf in der Wohnung muss gewährleistet sein. Je länger, umso besser.

Zunächst einmal ist der "Standort" des Kaninchens eine wichtige Entscheidung. Kaninchen mögen es nicht zu warm und nehmen bei Heizungsluft Schaden an den Atemwegen. Je kühler, umso besser. Allerdings auch bitte keine Zugluft direkt unter einem Fenster.

Bei einer Haltung frei lebend in der gesamten Wohnung oder in einem Kaninchenzimmer mit 24 Stunden Auslauf ist zu beachten, dass das Areal kaninchengerecht gesichert werden muss. Dazu sollten folgende Punkte besondere Beachtung finden:

 

  • Pflanzen müssen hoch genug stehen
  • Kabel sollten durch Kabelschläuche gesichert werden
  • Treppen und gefährliche Gegenstände sollten gesichert sein, um eventuellen Verletzungen vorzubeugen
  • Vorsicht ist bei Türen aller Art (Haus- und Zimmertüren, Terrassentüren, usw.) geboten, da sich Kaninchen durch zufallende Türen schwer verletzen können

 

Eine Toilette, z.B. ein Katzenklo, sollte in keinem Gehege fehlen. Diese keinesfalls mit Katzenstreu befüllen, da in Katzenstreu chemische Geruchsbinder eingesetzt werden, die zu Vergiftungen führen können. Dazu eignen sich besonders gut Stroh-/Holz-Pellets oder Sägespäne.

Kaninchen benötigen Beschäftigung, denn sie sind sehr neugierig. Dazu eignen sich, neben dem Partner, auch verschiedende Spielzeuge:

 

  • Papprollen und Kartons
  • Rascheltunnel und Röhren
  • Äste, Baumstämme
  • erhöhte Podeste mit mehreren Ebenen
  • Eine Buddelkiste wird auch gern von jedem Kaninchen genutzt. Darin können sie ihren natürlichen Instinkten nachkommen. Diese kann man z.B. mit Handtüchern oder Spielkastensand befüllen.


Aussen- / Stallhaltung

Die artgerechteste Haltung ist sicherlich in einem Aussengehege gegeben, dennoch bieten Stallhaltungen ebenfalls gute Möglichkeiten. In beiden Fällen ist die absolute Sicherheit oberstes Gebot. Nach dem Motto: "Nichts rein und nichts raus", sollte gewährleistet sein, dass kein Kaninchen entkommen und auch nichts eindringen kann, was nicht in's Gehege gehört. Wichtig ist die natürliche Ausstattung, damit sich die Tiere wohl und fast wie in freier Natur fühlen. Baumstämme, Zweige und Äste, Steine, hohle Baumstämme, Korkröhren.

Ein trockener Futterplatz schützt vor Regenwasser und Verderben des Futters. Futter und Wasser sollten nur in schweren Tonnäpfen gereicht werden, um eine natürliche Körperhaltung der Tiere während der Nahrungsaufnahme zu gewährleisten. Wasserflaschen mögen für Sie praktischer sein, nicht aber für das Kaninchen. Eine unnatürliche Kopfhaltung, Algenbildung und im Winter droht das Festkleben der kleinen Zungen an den gefrierenden Stahlröhrchen.

Im Stall bietet sich z.B. als Einstreu Rindenmulch (unbehandelt!) an, der nicht nur sehr günstig ist, sondern auch eine dicke Schicht natürlichen Materials bildet, die zum Graben animiert. Darüber Stroh oder Einstreu sorgt für Wärme.

Bei der Aussenhaltung ist zu beachten, dass sich die Tiere bei Regen oder Kälte in geschützte Bereiche zurückziehen können. Dazu bieten sich Hütten oder Häuschen an, die mit Stroh gepolstert sein sollten oder überdachte Bereiche, welche das Eindringen von Feuchtigkeit und Wind abhalten.


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